Spielen, Lernen, Welt entdecken -freies Lernen


"In jedem Kind steckt ein Genie. Die meisten Lehrer wissen nur nicht, wie sie das Genie aus ihren Schülern herauslocken sollen." Prof. Gerald Hüther, Hirnforscher

 



Wir haben uns entschieden unseren Kindern die Möglichkeit zu geben Homeschooling zu machen. Im Kanton Luzern braucht es eine Bewilligung vom Amt für Volksschulbildung und ein Elternteil muss mindestens die Matura haben und auch didaktische Kenntnisse sind von Vorteil. 

Nicht nur die Gehirnforschung (G. Hüther, M. Spitzer) bestätigt unser Vorhaben, sondern auch viele Bücher wie bspw. von Dagmar Neubronner, André Stern (Und ich war nie in der Schule), Daniel Greenberg (Endlich frei, Leben und Lernen an der Sudbury-Valley-Schule) oder Vera F. Birkenbihl (Stroh im Kopf, Sprachen lernen leicht gemacht, viele Vorträge auf youtube) ...

Wir wissen und spüren wie wichtig vor allem die ersten Lebensjahre sind, hier legen wir unseren Kindern den Grundstein. Hier dürfen wir sie zu Hause kennen und lieben lernen, ihre Stärken und Schwächen annehmen und sie jederzeit unbeschwert und frei spielen lassen und dabei haben sie die Möglichkeit ihr ganzes Potential zu entwickeln. Bedingungslose Liebe schenken, die Begeisterung weit über die Kinderjahre hinaus erhalten, Zutrauen geben.

Bindung und Freiheit sind in unserer Familie wichtige Instrumente geworden. Ganz besonders wichtig ist uns die Bindung zwischen uns und den Kindern. Prof. Gordon Neufeld, Bindungsforscher aus Vancouver, hat viele Bücher geschrieben und Vorträge gehalten zum Thema Bindung, Bildung, Gleichaltrigenorientierung uvm.

 

Unsere Kinder lernen selbstverständlich laufen, sich auf einen Stuhl setzen, die Muttersprache mitsamt der Grammatik -  voller Begeisterung und unermüdlich. Die Kinder spielen, folgen ihren eigenen Interessen und treffen sich mit den Menschen, die ihnen das zeigen, was sie gerade brauchen oder wissen möchten.

Nachdem ich dem Verein Bildung zu Hause beigetreten bin, habe ich eine Rundmail gestartet, damit wir uns mit "Gleichgesinnten" austauschen können. Es hat uns überwältigt, wie schnell Telefone geklingelt, der Mailordner gefüllt war und wir Kontakte gefunden haben, wo jetzt schon eine Gemeinschaft entstanden ist. Es macht Mut und es fühlt sich einfach gut an mit den Kindern den Schulweg anders zu gehen. 

 

Durch die Lais.Module entdecken wir noch mehr Mosaiksteine, die uns motivieren uns weiterhin noch mehr zuzutrauen. Wir achten auf die Worte, wie wir mit Kindern und Erwachsenen reden. (Be-)Wertungen, Lob, Tadel, Kritik, Vorurteile, Behauptungen/Meinungen wollen wir vermeiden, das macht uns abhängig, bringt uns nicht weiter und ist einfach überflüssig. Uns würden einige menschliche bereichernde Erfahrungen fehlen, wenn wir mit dieser "Gesellschaftsbrille" weiter laufen.

Unsere grosse Aufgabe ist es, unseren Kindern tagtäglich zu zeigen wie einzigartig sie sind und natürlich auch wir selbst. 

Immer wieder kommen wir an Grenzen und spüren, was unsere Kindheit und unsere Erfahrungen für "Folgen" haben.

Sich selbst zu lieben, an sich selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen, dies und vieles mehr geschieht ganz natürlich - wir werden uns dessen bewusster.

 Wir haben es schon verlernt unsere Kinder auch einfach mal auszuhalten, ein Nein als Nein durchzuhalten, die Wut/Agression/Trauer auszuhalten, das Kind in seinen Gefühlen zu begleiten statt zu bespassen, abzulenken, immer Harmonie haben zu wollen. Genau diese Gefühle, dieses Aushalten lässt uns wachsen, weit über uns hinaus.

Unsere Gesellschaft möchte möglichst früh liebe, angepasste, brave Kinder.

Ja, Kinder sind laut, Kinder bringen uns an die Grenze, Kinder wollen alles und sofort, Kinder lieben uns und Kinder sind einfach wunderbar. In Ihrer Natürlichkeit können wir so vieles von ihnen lernen, hinschauen, hinhören und sie bedingungslos in jeder Situation lieben. Und wir haben es (fast) verlernt, die Gesellschaft drängt uns in Normen, Regeln und Korsette.

STOPP.

Hört auf!

Unsere Kinder sind so natürlich, so kreativ, so begeistert - bremsen wir sie doch nicht ständig in ihrem Elan, in ihrem Tun.

Wir möchten hinschauen, voneinander lernen. Die Kindheit ist so schnell vorbei, sie ist eine wunderbare Zeit, sich kennen lernen, sich entdecken, begeistern lassen hunderte Male am Tag und auf kreative neue Ideen kommen und im Hier und Jetzt zu leben.

Ich bin abends sehr müde und unheimlich glücklich meine Kinder auf ihrem Weg zu begleiten, momentan heisst es dafür die Gesellschaft und ihre Normen auszuhalten. Und das ist es Wert!

 

In diesem Rahmen ein grosses Danke an Edith, die das Laising und die Module nach Nottwil gebracht hat.

 

Seit September 2015 nehmen wir regelmässig am Mentoring in Klagenfurt teil. Wir haben bereits während der Module I-IV viele Impulse und Entwicklungen mitgemacht, und im Mentoring geht das alles noch einmal tiefer. Lais und die Module sind wie Rasen mähen, das Mentoring ist das bohren zum Erdkern. Es geht um mich selbst, um meine Muster, meine Prägung. Mich selbst zu lieben, wirklich alles an mir und den andere zu respektieren, nicht verändern zu wollen, Mann und Frau als Ganzes zu sehen und zu leben -  "wow" - das ist nicht nur magisch, das ist gigantisch genial was dadurch in unserem Leben passieren darf.

 

Und 2018 ?

Antonia ist mittlerweile 8 1/2 Jahre alt, besucht die 3. Klasse in der Regelschule in Grosswangen. Elias ist 7 Jahre alt und weiterhin sind seine Worte "Ich möchte nie in die Schule" aktueller denn je. Er lernt momentan viel Geduld und nach An-Leitung Lego und Lego-Technik bauen. Er interessiert sich immer mehr für Buchstaben und Lesen und er hat sein Interesse an Musik entdeckt. Roman wird bald 6 und ist für mich ein "Freigeist, Freilerner", er lässt sich nicht einfach irgendwo hinein stecken oder zu festen Zeiten ein Thema lernen, er spielt, entdeckt die Welt auf seine Weise. Oliver wird 4 und ist ein entspannter einzigartiger Junge, der so viele Fragen an die Welt hat und das natürliche Wissen wollen tief in sich trägt. Und unser Jüngster ist am 12.8.2018 auf die Welt gekommen, Sebastian, und stellt das neue Familienleben so manche Tage auf den Kopf, denn auch er ist ein einzigartiger Mensch mit seinen Bedürfnissen.

Wir dürfen viel lernen, sind immer wieder in neuen (Lern-)Prozessen und lieben das Leben mit alle Höhen und Tiefen. Und immer wieder die aufregende Reisen mit neuen Menschen, neuen Erkenntnissen und auch neuen Wegen. Es ist und bleibt lebendig. Und unsere Vision Kindern einen Lernort auf unserem Bauernhof zu bieten ist weiterhin da, wie die Vision einer Hofgemeinschaft. Wir freuen uns nun auch mit neuer musikalischer Begleitung ins neue Jahr zu stürzen und altes los zu lassen.

All-tag oder Besondere-Tage

Nun ist Antonia im April 7 Jahre alt geworden. Letztes Jahr, im September 2016, hat sich Antonia entscheiden die Regelschule ausprobieren und seitdem besucht Antonia jeden Tag die Schule in Groswangen - Alltag :-)

ja natürlich war und ist das ein Prozess in mir, in meinem Partner, in unserer Familie.

Da haben wir im Jahr 2015 mit dem Himeschooling so neue Wege beschritten, so viele geniale Freilernertage erleben dürfen und Antonia im freudigen Leben und Lernen begleitet. 

Ja und nun war es ihr Wunsch und wenn ich doch schon die ganze Zeit von Respekt und Einzigartigkeit und Kinder mit Potential und WIR schreibe, dann auch bitte GANZ leben und Antonia auch das ermöglichen.

Es ist absolut faszinierend, was wir mit diesen Erfahrungen erleben dürften, welche Kontakte, Gespräche in der Schule wir dadurch erfahren haben...

Und umso so stimmiger und klarer ist unser Weg mit der Schulgründung bzw. das weiter gehen und machen mit dem LAIS.Lernort.

Es ist so vieles Neues entstanden, viele Menschen und Impulse haben uns begleitet, mit Freud und Leid.

 


Unser natürlicher Alltag

Antonia ist im April 2015 5 Jahre alt geworden und ist für das Schuljahr 2015/2016 kindergartenpflichtig geworden. Nachdem die Lindenschule ein neues zu Hause gefunden hat, besucht Antonia nun einmal die Woche die Freundschaftskindergruppe in Grosswangen. Antonia besucht nun die Maxis im Turnverein, da ist Antonia ganz stolz und freut sich immer auf ihre Turnzeit. Und zu einer weiteren regelmässigen Tätigkeit gehört der Malort, wo sie ihre Begeisterung zum kreativ sein ausleben darf und das absolut bewertungsfrei. Und je nachdem wer auch Freude von den Brüdern an diesen Aktivitäten findet, der darf natürlich jederzeit mit. Im Kinderchor entdeckt Antonia ihre Freude zum Singen und Lieder auswendig lernen und hatte grosse Freude bei den öffentlichen Auftritte im November 2015.

An sich gibt es gar keinen All-tag bei uns, jeder Tag ist neu, voller Begeisterung, neuer Taten und Ideen und genau das zeigt mir dann die Richtung, was ich mit unseren Kindern mache. Da auch Grosseltern und Tante bei uns auf dem Hof leben, springen unsere Kinder auch gern mal hier oder dort hin, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Da wird gebastelt, gelesen, gekocht, balanciert, Ball gespielt, Besuche im Dorf gemacht etc.

 

Zu unserem Tag gehören - ganz natürlich - unsere Tiere dazu, unsere Kinder gehen dann mit Papi oder Mami mit, wenn sie Zeit und Freude daran haben. Dann werden stolz Kühe getrieben, Gitter geöffnet, Heu gegeben, Eier gezählt, sortiert und gestempelt... bis ihnen andere Aufgaben in den Kopf kommen. Am liebsten ist Antonia und ihre Brüder auf dem Spielplatz am Schaukeln, Rutschen, mit dem Traktor umher fahren - ganz wie der Papi wird dann angehangen, auf- und abgeladen... und immer wieder lädt der Brunnen zum feuchtfröhlichen Spielen ein.

Bei Antonia ist gerade auffallend, wie sie doch immer wieder Zeit im Haus verbringt, zum Basteln und Malen, Schreiben und Bücher anschauen, da will sie dann auch nicht von den jüngeren Brüdern gestört werden.

Wenn Mami Babykurs hat freut sich Antonia alle zu begrüssen und manchmal macht sie dann auch eine Stunde mit, zeigt fleissig die Zeichen, singt, macht Musik, hilft Seifenblasen machen...

Und abends sind wir auch froh wenn Ruhe einkehrt und wir ab acht Uhr auch Zeit für uns haben und auch mal für das Internet, um am nächsten morgen wieder in einen neuen wundervollen Tag zu starten mit strahlenden Kinderaugen.

 

Durch Laising begegnen uns hier auf unserem Hof immer wieder neue Menschen, gross und klein. Und wirklich jeder löst hier etwas aus. Das Leben und das Lernen passiert immer, stets und ständig. Und wenn ich es bewusst erlebe, da kommt mir jeder Tag wie eine Woche vor. Wie ein D-Zug, der keine Bremse hat.

Und meine Kinder zeigen mir täglich was alles möglich ist.

Und durch das Tun im Hier und Jetzt und im Wir (eine Haltung die man spürt und lebt) gibt es keine Grenzen. und jede/r darf so sein wie er ist, in seiner Einzigartigkeit ist er unersetzbar.

Die Herausforderungen dazu sind genauso gigantisch und genau dafür haben wir uns jetzt entschieden und es stimmt für uns.

 


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Bildung braucht Gastlichkeit
Bildung braucht Gastlichkeit Zum Gedenke
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